Zur Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung

In Rahmen der Entgeltumwandlung können Teile des Arbeitsentgelts steuer- und sozialabgabenfrei für den Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung verwendet werden. Die Sozialabgabenfreiheit ist jedoch bis 2008 befristet, was derzeit intensiv diskutiert wird. In unserer neuen Studie zeigen wir, dass die beitragsfreie Entgeltumwandlung der betrieblichen Altersversorgung einen wichtigen Impuls gegeben hat.

Sie erreicht ein wichtiges sozialpolitisches Ziel, die Sicherung eines hohen Gesamtruhestandseinkommens angesichts der Verschiebung von der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente zu mehr Eigenvorsorge. Dieses Ziel wird allerdings nicht ohne finanziellen Aufwand erreicht, denn die Sozialabgabenfreiheit reduziert das Einnahmevolumen der Sozialversicherung. Dieser Aufwand hängt entscheidend von den künftigen Verhaltensreaktionen ab, wie beispielsweise dem Angebot einer arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung oder Arbeitszeitkonten. Es ist Wunschdenken, diese Verhaltensreaktionen zu ignorieren, wie es in der aktuellen Diskussion meist geschieht.

Unsere Modellrechnungen zeigen unter Berücksichtigung von möglichen Verhaltensreaktionen die Auswirkungen auf die Rentenversicherung und das Gesamtversorgungsniveau der Versicherten. Eine Beibehaltung der Sozialabgabenfreiheit führt sowohl zu einem etwas niedrigeren Rentenversicherungsbeitragssatz als auch zu einem etwas niedrigeren aktuellen Rentenwert. Die Größenordnung der Effekte reduziert sich deutlich, wenn man Verhaltensreaktionen berücksichtigt. Unter der plausiblen Annahme, dass die betriebliche Altersversorgung eine höhere Rendite erzielt als die gesetzliche Rentenversicherung, führt eine Beibehaltung der Sozialabgabenfreiheit zu einem höheren Gesamtversorgungsniveau.


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Kurzfassung: Zur Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung
Zur Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung
MEA Discussion Paper: 117-07 Axel Börsch-Supan, Anette Reil-Held, Christina B. Wilke