Aus der MEA Forschung - Altersarmut

Altersarmut – Denkfehler: WDR-Berechnung der zukünftigen Altersarmut inkorrekt

München, 13. April 2016. Der WDR veröffentlichte am 12. April 2016 eine Berechnung zur Altersarmut in Deutschland, die große Wellen geschagen hat. Hierzu veröffentlichten Axel Börsch-Supan, Tabea Bucher-Koenen und Johannes Rausch eine Stellungnahme: "Das Problem der Altersarmut bedarf einer erhöhten Aufmerksamkeit insbesondere in Zeiten mit sinkendem Rentenniveau. Der Anteil der Grundsicherungsempfänger, die über 65 Jahre alt sind, ist in den vergangenen Jahren sowohl anteilsmäßig als auch absolut deutlich gestiegen. Zudem wird das Risiko der Altersarmut auch in Zukunft aufgrund der demographisch bedingten Absenkung des Rentenniveaus steigen. Allerdings wird die Debatte über Altersarmut in Deutschland sehr emotional geführt. Da ist es nicht verwunderlich, dass eine Prognose, die 50% Altersarmut vorhersagt, ein entsprechendes Echo erfährt. Die vom WDR präsentierte Rechnung weist indes leider an mehr als einer entscheidenden Stelle grobe Denkfehler auf. Einer der zentralen Fehler ist es, dass die Rechnungen auf der Basis des derzeitigen Einkommens und nicht des Lebenseinkommens durchgeführt werden." >> Mehr lesen

Armut im Alter

München, 2015. Globalisierung und demographischer Wandel sind große Herausforderungen für Deutschland. Wie sich im Zuge der Finanz- und Euroschuldenkrise gezeigt hat, ist Deutschland im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn recht gut aufgestellt, vor allem wegen der Strukturreformen seit Mitte der 90er Jahre. Diese Strukturreformen haben jedoch auch ihre Schattenseiten. Der Arbeitsmarkt ist zwar flexibler geworden und die Zahl der Beschäftigten so hoch wie nie zuvor, aber die Problemfälle (Langzeitarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse) sind hartnäckiger geworden. In der Rentenpolitik haben die Reformen im Großen und Ganzen zu einer nachhaltigen Finanzierung geführt, so dass die Rente auch langfristig wieder einigermaßen sicher gewährleistet werden kann (vgl. Börsch-Supan 2015a). Aber die Dämpfung des Beitragssatzes bedeutet unweigerlich eine Senkung des Rentenniveaus, wenn dies nicht durch eine längere Arbeitszeit oder zusätzliche private Vorsorge ausgeglichen wird, was für wenig qualifizierte Arbeitnehmer besonders schwierig ist. Die 2014 verabschiedete „Mütterrente“ hat hier die Situation für eine eng begrenzte Bevölkerungsgruppe verbessert, die Situation für die wenig verdienenden Beitragszahler aber gleichzeitig verschlechtert. Die „Rente mit 63“ entfaltet ihre positive Wirkung ebenfalls nur für einen kleinen Empfängerkreis, der zudem im Durchschnitt besser verdient, besser ausgebildet und weniger krank ist. Wiederum verschlechtert sie jedoch die Nettoeinkommenssituation der wenig verdienen-den Beitragszahler. >> Weiterlesen in DP No.11-2015: Armut im Alter (PDF)

Das Altersvorsorgeverhalten von Selbständigen

Mannheim, 2009. Drei Viertel der Selbständigen sind nicht durch ein obligatorisches Altersvorsorgewerk abgesichert. Zudem hat sich die Anzahl der Soloselbständigen, bei denen besonders eine mangelnde finanzielle Vorsorgefähigkeit vermutet wird, deutlich erhöht. Ferner führen die immer flexibleren Erwerbsverläufe mit Wechsel in die Selbständigkeit und aus ihr heraus zu einer „Durchlöcherung" der Versicherungsbiographien, was die Ansprüche in den obligatorischen Versorgungswerken mindert. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit Altersarmut für die Selbständigen zum Problem werden könnte. Das SAVE Panel bietet eine Datengrundlage, um die bislang lückenhaften Informationen über die Selbständigen im Hinblick auf ihre Vorsorgefähigkeit, Vorsorgebereitschaft und das Altersvorsorgevermögen zu ergänzen.
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News & Events

MEA Workshop: Research on Asylum Seekers and Other Crisis Migrants

October 28, 2016 in Munich

13.7.2016: MEA Seminar - Economics of Aging

Dr. Thorsten Kneip (MEA): “Parenthood and Happiness. The early years.”