Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschafskrise auf die Gesetzliche Rentenversicherung

Die weitreichenden Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise erfassen auch die Gesetzliche Rentenversicherung, ihre Beitragszahler und Rentner/innen. Dies gilt nicht nur vorübergehend, sondern auch langfristig, indem sowohl die Lohneinkommen als auch die Renten niedriger ausfallen werden.
Die Auswirkungen auf die Rentenversicherung werden vor allem kurz- und mittelfristig (d.h. in den nächsten 10 Jahren) in Form von Beitragssatzerhöhungen und Einbußen bei den Rentenanpassungen massiv zu spüren sein. Diese Auswirkungen kann man in einen Beitragsgrundlageneffekt, einen Bundeszuschusseffekt und einen Rentenanpassungseffekt differenzieren. Während die ersten beiden Effekte sich destabilisierend auf die Gesetzliche Rentenversicherung auswirken, wirkt der Rentenanpassungseffekt entgegengesetzt und damit stabilisierend. Folglich sorgt dieser Ausgleichsmechanismus langfristig dafür, dass sich Einnahmen und Ausgaben so ausbalancieren, dass sich durch die Wirtschaftskrise in der Gesetzlichen Rentenversicherung keine permanenten Beitragssatzeffekte ergeben.

Die implizite Rendite der Gesetzlichen Rentenversicherung sinkt damit für alle Geburtskohorten, die zur Zeit der Krise Beitragszahler oder Rentner sind, während es umgekehrt für die ganz jungen Jahrgänge, die derzeit noch nicht ins Erwerbsleben gestartet sind, keine Renditeeffekte gibt.

Problematisch ist, dass die zum Schutz der derzeitigen Rentner abgegebene Rentengarantie den Rentenanpassungseffekt schwächt und damit den im Rentensystem enthaltenen Ausgleichsmechanismus konterkariert. Die Auswirkungen der Garantie hängen von der derzeit ungewissen Realisierung von Nachholmaßnahmen ab. Grundsätzlich aber entlastet die Garantie die heutige Rentnergeneration, während sie die jüngeren Generationen stärker belastet.


mehr Informationen:

Study No.9: Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gesetzliche Rentenversicherung, ihre Beitragszahler und ihre Rentner