Auf der Suche nach den Gründen ungleicher Gesundheit

Menschen mit hohem Einkommen sind gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung. Aber bisher sind die Gründe hierfür noch nicht vollständig erforscht. Liegen die Ursachen dieser Ungleichheit vielleicht schon in der Kindheit? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen Wissenschaftler des MEA, welchen Einfluss das Einkommen der Eltern auf die Gesundheit ihrer Kinder hat.
Die Forscher analysierten daher zunächst, ob Eltern mit hohem Einkommen ihre Kinder als gesünder wahrnehmen verglichen mit Eltern mit niedrigem Einkommen, und ob Unterschiede in der Einschätzung mit dem Alter der Kinder größer werden. Es ließ sich ein positiver Zusammenhang zwischen dem Einkommen und der Einschätzung der Gesundheit über das gesamte Einkommensspektrum feststellen (siehe auch Abbildung).


In der Grafik abgebildet: Zusammenhang zwischen subjektivem Befinden der Kinder (gemessen von 5 „sehr schlecht“ bis 1 „sehr gut“) und Einkommen der Eltern.

Dieses Ergebnis stimmt mit früheren Studien für die USA überein, die einen ähnlichen Zusammenhang festgestellt haben. In den Vereinigten Staaten nehmen die Unterschiede in der Einschätzung der Gesundheit sogar noch zu, wenn das Kind älter wird. Dies deutet darauf hin, dass sich die Vorteile für die Kinder aus reicheren Haushalten im Zeitablauf noch vergrößern. In Deutschland ist dies jedoch nicht der Fall. Dies könnte auf wichtige institutionelle Unterschiede zurück zu führen sein: Während es in Deutschland eine verpflichtende Krankenversicherung gibt, sind ärmere Haushalte in den USA oft nicht krankenversichert.

Weiterhin untersuchten die Forscher die Gründe dafür, dass Eltern mit niedrigerem Einkommen die Gesundheit ihrer Kinder schlechter einschätzen. Sie überprüften daher zum einen, ob es Unterschiede im Auftreten bestimmter Krankheiten (z.B. Asthma) gibt. Wenn ärmere Kinder häufiger unter akuten oder chronischen Krankheiten litten, wäre es klar, dass ihre Eltern die Gesundheit deshalb schlechter einschätzen. Es zeigten sich allerdings kaum Unterschiede im Auftreten von akuten und chronischen Krankheiten oder bei objektiven Gesundheitsmaßen zwischen Kindern aus ärmeren und reicheren Haushalten.

Zum anderen gingen die Forscher der Frage nach, ob bestimmte akute oder chronische Krankheiten Kinder aus ärmeren Haushalten stärker beeinträchtigen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass bestimmte Krankheiten Kinder mit einem hohen sozioökonomischen Status tatsächlich weniger stark in ihrem Wohlbefinden einschränken.

Eine wichtige Forschungsfrage wäre nun herauszufinden, woher diese Unterschiede kommen, um Kindern aus ärmeren Familien gezielt zu helfen, mit akuten und chronischen Krankheiten umzugehen.

Mehr Informationen:

Parental Income and Child Health in Germany
MEA Discussion Paper: 175-09, Steffen Reinhold, Hendrik Jürges.

News

Dynamisierung des Rentenalters 2:1

(München, 24.01.2017) Unter dem Stichwort „Die 2:1 Formel / die neue Rentenformel" wurde in...

[mehr] »

15 Jahre Riester – „Erfolg” oder „Scheitern”?

Zusammenfassung der MEA Expertise

[mehr] »

The Baltic Sea States Project

New joint project started (MPISOC/MPIDR/Population Europe)

[mehr] »

Das Rentenalter muss atmen können

von Prof. Axel Börsch-Supan, Ph.D.

[mehr] »

Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi: „Nachhaltigkeit in der Sozialen Sicherung über 2030 hinaus“

Beirat empfiehlt Dynamisierung des Rentenalters. Damit kann verhindert werden, dass das...

[mehr] »

News & Events

MEA Workshop: Research on Asylum Seekers and Other Crisis Migrants

October 28, 2016 in Munich

13.7.2016: MEA Seminar - Economics of Aging

Dr. Thorsten Kneip (MEA): “Parenthood and Happiness. The early years.”