Hilfe zwischen Generationen in EuropaSchon heute ist die Bevölkerungsalterung eine zentrale Herausforderung für die westlichen Industrienationen - und auch in Zukunft werden mehr und mehr Staaten davon betroffen sein. Verschiedene Sozialsysteme haben unterschiedliche Pfade eingeschlagen, um diese zukünftigen Herausforderungen zu meistern. SHARE Wissenschaftlerin Martina Brandt analysiert die Auswirkungen der unterschiedlichen Wohlfahrtsarrangements auf intergenerationale Beziehungen, indem sie intergenerationale Unterstützungsleistungen in unterschiedlichen Staaten vergleicht. |
| Das letzte Lebensjahr von Menschen in EuropaTrotz medizinischen Fortschritts wird das letzte Lebensjahr für viele Menschen wie auch ihr soziales Umfeld zu einem sehr schwierigen Lebensabschnitt. MEA-Forscher untersuchten mit Hilfe der SHARE-Studie die Lebenssituation von Sterbenden in ihrem letzten Lebensjahr in verschiedenen europäischen Ländern, um Aufschluss über Art und Ausmaß der erlittenen Einschränkungen und der empfangenen Hilfe im letzten Lebensjahr zu gewinnen. |
Bildung hält gesund
Schlechte Gesundheit bleibt nicht nur in Entwicklungsländern ein besonderes Problem ärmerer Bevölkerungsschichten. Auch in Europa zeigt sich trotz deckender Gesundheitssysteme: Wohlstand, Bildungsniveau und berufliche Position sind Garanten für bessere Gesundheit. Hendrik Jürges hat diesen sogenannten Gradienten mit Daten aus 11 europäischen Ländern und den USA untersucht. Von der gängigen Praxis abweichend galt Jürges' besonderes Augenmerk nicht dem Einkommen, sondern dem Faktor Bildung. Das gesundheitliche Gefälle zwischen Arm und Reich, Gering- und Hochqualifizierten und niedrigem und hohem Jobstatus ist in der Gesundheitsforschung seit langem gut dokumentiert.
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| Oma und Opa in der Verantwortung – ein europäischer VergleichDie Betreuung von Enkelkindern ist eine der wichtigsten Formen der Unterstützung zwischen den Generationen, da sie gleich drei Generationen einer Familie betrifft und eine wichtige Ressource z.B. für die Erwerbstätigkeit von Müttern darstellt. Eine Analyse der Daten des 2004 erstmals erhobenen Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) zeigt, dass durchschnittlich fast 60 % der Großmütter und fast die Hälfte der Großväter im Laufe eines Jahres zumindest gelegentlich ein Enkelkind betreuen. Die höchsten Anteile finden sich dabei in den nördlichen Ländern Europas (65 % Großmütter; 60 % Großväter), während die südeuropäischen Länder unterdurchschnittliche Werte aufweisen (50 % Großmütter; 40 % Großväter). |
| SHARE: Wohlfahrtsstaatliches Engagement unterstützt produktives AlternDer Anteil ehrenamtlich engagierter älterer Menschen variiert im europäischen Vergleich stark. Worin aber liegen die Ursachen für diese Unterschiede? Und was können die Staaten dafür tun, damit ehrenamtliches Engagement gefördert wird? |
| Die Greifkraft der Hand als GesundheitsmaßAuf einen Händedruck kann man sich verlassen. Was unter Geschäftsleuten schon lange gilt, hat sich auch als Faustregel in Gesundheitsumfragen bewährt. Forscher messen die Greifkraft der Hände, um verlässliche Aussagen über den tatsächlichen Gesundheitszustand der Befragten zu treffen. Deren verbale Einschätzung des eigenen Wohlbefindens ist nämlich meist verzerrt und variiert von Person zu Person. Die Greifkraft der Hand gibt nicht nur über den Gesundheitszustand Auskunft. Sie verrät auch den sozioökonomischen Status, zukünftige Behinderungs- und Mortalitätsrisiken - erlaubt so einen Blick in die menschliche Zukunft. Karsten Hank und Hendrik Jürges vom MEA haben in Zusammenarbeit mit Jürgen Schupp und Gert G. Wagner vom DIW Berlin Datensätze aus SHARE und SOEP vereint und die Handkraft der Deutschen analysiert. Ergebnis: Von 16 bis 50 Jahre drücken die Deutschen noch so fest, dass genaue Aussagen über die Gesundheit nicht möglich sind. Ab 50 Jahre aufwärts jedoch spricht die zunehmend schwächer werdende Muskelkraft der Hand Bände. |
Enge Eltern-Kind-Beziehungen im alternden Europa
In Zeiten sozialer Unsicherheit wird in der öffentlichen Debatte vor dem ‚Verfall' der Gemeinschaft gewarnt. Im Zentrum steht hier die Familie als wichtigste soziale und mikroökonomische Einheit. Ihre Strukturen unterliegen nicht zuletzt bedingt durch sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung einem ständigen Wandel. Karsten Hank vom MEA hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Ausprägung räumliche Nähe und Kontakthäufigkeit zwischen Eltern und Kinder im alternden Europa annehmen.
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| Skandinavische Rentner sind aktiver als die in MittelmeerländernMit einem immer stärker wachsenden Anteil alter Menschen in den europäischen Gesellschaften bekommt das produktive Potential von Rentnern über ehrenamtliches Engagement eine immer stärkere Bedeutung. Dass die aktive Betätigung nicht nur einen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag darstellt, sondern auch die eigene Lebensqualität verbessert, beweisen allen voran die rüstigen Skandinavier. Karsten Hank, Marcel Erlinghagen und Anja Lemke haben den europäischen Vergleich angestellt und herausgefunden, welche Faktoren die Aktivität der alten Menschen beeinflussen. |
Ist man so krank wie man sich fühlt?
Das Alter bringt für die meisten Menschen auch gesundheitliche Leiden mit sich. Die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes aber ist subjektiv und kann trotz gleicher Gebrechen von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen. Hendrik Jürges hat sich mit der Frage beschäftigt, ob die eigene Wahrnehmung der Gesundheit innerhalb Europas variiert. Dazu hat er ein objektives Gesundheitsmaß entwickelt und dieses mit den persönlichen Einschätzungen europäischer Senioren verglichen.
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| Ältere in Nordeuropa sind am zufriedenstenNeue Forschungserkenntnisse zeigen, dass die Lebensqualität und das Wohlbefinden älterer Menschen (50+) im europäischen Vergleich erheblich variieren. Dies geht aus den Selbsteinschätzungen der Befragten mit Blick auf ihr Einkommen, ihre Arbeit, das Gesundheitssystem sowie die allgemeine Zufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation hervor. Zwar spielen auch Unterschiede in der Art und Weise, wie die Antworten in den verschiedenen Ländern gegeben wurden, eine Rolle. Doch auch unter Berücksichtigung dieser Einflüsse hat die Schlussfolgerung Bestand, dass unterschiedliche Ländergruppen höhere bzw. niedrigere Niveaus von Lebensqualität und Wohlbefinden aufweisen. So geht es der Generation 50+ in Skandinavien und den Niederlanden deutlich besser als in Südeuropa, Polen oder Tschechien. |
Themen
- Hilfe zwischen Generationen in Europa
- Das letzte Lebensjahr von Menschen in Europa
- Bildung hält gesund
- Oma und Opa in der Verantwortung – ein europäischer Vergleich
- Die Greifkraft der Hand als Gesundheitsmaß
- Enge Eltern-Kind-Beziehungen im alternden Europa
- Skandinavische Rentner sind aktiver als die in Mittelmeerländern
- Ältere in Nordeuropa sind am zufriedensten
- SHARE: Wohlfahrtsstaatliches Engagement unterstützt produktives Altern
- Ist man so krank wie man sich fühlt?
News
MEA – Seminar
15. Mai 2013: Johanna Bristle "Social Disparities in Influenza Vaccination among older Europeans"
Studie "50+ in Europa" ist gestartet
Derzeit werden im Auftrag des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) Befragungen zur Studie...
MEA Publikation
"Erwartete Altersarmut in Deutschland: Pessimismus und Fehleinschätzungen – Ergebnisse aus der...






