Projektbeschreibung

Haushaltszusammensetzung und nichtkooperative Verhaltensmuster im Sparverhalten

Mitarbeiter in diesem Projekt:



Verbreitete empirische Vorgehensweise ist es, zur Erklärung des Sparverhaltens vor allem Charakteristika des Haushaltsvorstandes zu verwenden. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, deren Interessen und Bedürfnisse durch ihr unterschiedliches Alter, Bildung, Einkommen beeinflusst sind, so greift dieses Vorgehen unter Umständen zu kurz. Ziel ist es daher, zunächst zu untersuchen, in welchen Umfang die Haushaltszusammensetzung Einfluss auf die Sparentscheidungen des Haushalts hat. Dabei wird der Mehrpersonenhaushalt zunächst als Entscheidungseinheit verstanden. Dieser erste Ansatz vergleicht somit die Modellierung des Sparverhaltens wie das Verhalten von zwei Einzelpersonen. Einmal, als würde der Haushaltsvorstand die Sparentscheidung nur anhand seiner eigenen Charakteristika treffen – zum anderen als würde der Haushaltsvorstand die Interessen aller Haushaltsmitglieder zu einer gemeinsam optimalen Entscheidung zusammenfassen. Hurd (1999) zeigt theoretisch, wie sich die gemeinsam optimalen Spar- und Konsumentscheidungen eines Ehepaares von denen einer Einzelperson unterscheiden sollten. Die von Börsch-Supan, Reil-Held und Schnabel (2003) dokumentierten deutlich positiven Sparquoten bei Haushalten, deren Haushaltsvorstand bereits im Ruhestand ist, könnten daher teilweise durch die Nicht-Berücksichtigung der Haushaltszusammensetzung in den mittleren Sparquoten zu erklären sein. Der nächste Schritt beruht auf theoretischen Überlegungen von Browning (2002): Ausgangspunkt hier ist, dass die dem beobachtbaren Sparverhalten des Haushalts zugrunde liegenden Entscheidungen durchaus komplexerer Natur sein können. Wenn der Entscheidungsprozess nicht eine gemeinschaftlich optimale Lösung ist, sondern Ergebnis eines Verhandlungsprozess der Haushaltsmitglieder mit ihren teilweise konkurrierenden Interessen ist, so werden Einflussverhältnisse innerhalb des Haushaltes relevant. Bei Browning (2002) manifestiert sich der Einfluss der Haushaltsmitglieder durch ihr Einkommen. Andere Einflussvariablen – insbesondere der Bildungsstand – sind jedoch denkbar. Hypothese dieser nicht-kooperativen Verhaltensmodelle ist, dass sich die Interessen der Haushaltsmitglieder mit höherem Einfluss (Einkommen) stärker in den Sparentscheidungen des Haushalts niederschlagen. Das Projekt vertieft bestehende Arbeiten zum Sparverhalten deutscher Haushalte (Freyland, 2004, 2004a, 2004b), die auf unbefriedigenden Ersparnisdaten beruhen und erweitert diese. Insbesondere der Aspekt der Entscheidungsprozesse innerhalb des Haushalts soll vertieft werden und auf Parallelen in den Konsumentscheidungen überprüft werden.

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